5 wichtige Punkte für dein Gehaltsgespräch

5 wichtige Punkte für dein Gehaltsgespräch

Beachte diese 5 Punkte, wenn du in ein Gehaltsgepräch gehst. Denn für den gender pay gab, die Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen, gibt es mehrere Erklärungen. Eine davon allerdings ist, dass Frauen bereits beim Einstieg in das Berufsleben oder dem Antritt einer neuen Arbeitsstelle bescheidener auftreten und weniger verlangen als ihre männlichen Kollegen. Sie zweifeln an ihren Fähigkeiten und meinen, sie müssten schon bei der Einstellung alles perfekt können. Ein anderer Grund für die unterschiedliche Bezahlung ist ihr Umgang mit Gehaltsgesprächen: Sie verhandeln seltener und zurückhaltender.

 

Verhandle regelmäßig

Mindestens einmal im Jahr solltest du über eine Gehaltserhöhung mit deinem Vorgesetzten sprechen. Mach das auf keinen Fall auf dem Flur oder zwischen Tür und Angel, sondern hol dir einen Termin und sage, worum es geht. Gut ist, wenn du auch in der Zwischenzeit immer mal wieder Selbstmarketing betreibst: Sprich darüber, welche Aufgabe du gut gemeistert hast, welche positive Rückmeldung von Kunden kam, welche Probleme du lösen konntest oder dass es dir gelungen ist, einen verstimmten Kunden wieder zurückzugewinnen. Denk daran, über Erfolge, die DU eingefahren hast, auch in der ICH-Form anzusprechen. Frauen neigen dazu, häufiger das WIR zu verwenden, auch wenn kein anderer beteiligt war.

Bestimmte Anlässe können ebenfalls Grundlage für ein Gehaltsgespräch sein: Du hast einen Neukunden gewonnen, herausfordernde Aufgaben übernommen, führst seit Neuestem Mitarbeiter oder trägst mit einen Idee zur Kostenersparnis bei.

Bereite dich gut vor

Sammle deine Argumente, die eine Gehaltserhöhung rechtfertigen. Überlege, welche Fragen und Einwände dein Chef einbringen könnte und formuliere deine Antworten dazu. Übe das Gespräch, sprich es laut, so werden sich deine Sätze im Gedächtnis einprägen. Dein Selbstvertrauen stärkst du, indem du dir deine Erfolge und positiven Rückmeldungen noch einmal vor Augen führst. Finde konkrete Beispiele für deinen Chef, bleibe nicht im Allgemeinen, nur so wirst du überzeugend sein.

 

Tritt selbstsicher auf

Halte Blickkontakt zu deinem Chef, hypnotisiere ihn jedoch nicht wie ein Kaninchen. Lass deine Augen immer wieder mal schweifen und kehre dann wieder zu ihm zurück. Vor allem, wenn du deine finanziellen Vorstellungen ins Spiel bringst. Sei freundlich, doch lächle nicht andauernd. Bewege deine Hände frei, unterstreiche deine Worte, doch vermeide auf jeden Fall Selbstberührungen. Spiel nicht mit deinen Haaren, deinem Schmuck. Überzeugend bist du, wenn alle Signale, die von dir ausgehen die gleiche Botschaft vermitteln: Körpersprache, Stimme, Sprache.

Mach klare Aussagen, verwende starke Formulierungen: „Es ist mir gelungen …“, „Mir geht die neue Aufgabe leicht von der Hand… „ Verwende keine Weichmacher wie eigentlich, es wäre schön, eventuell, ganz gut. Sie verwässern den guten Eindruck.

Sprich hörbar, in angemessenem Tempo. Viele Frauen neigen dazu, zu schnell zu sprechen. Das klingt dann ein bisschen nach „Ich will nur ganz schnell etwas sagen, bin nicht so wichtig.“ Mach nach einem Aussagesatz einen Punkt. Sobald du die Stimme hebst, klingt es wie eine Frage, was als Unsicherheit rüberkommt, obwohl du gar nichts fragen willst.

Wenn du nicht verstanden hast, was dein Chef meint oder du irritiert bist über eine Aussage, dann frag nach: „Sie haben eben gesagt… „Habe ich Sie richtig verstanden… „Wollen Sie damit sagen, dass ich Ihren Erwartungen nicht genüge?“

 

Äußere deine Vorstellungen konkret

Überleg dir genau, welche Gehaltserhöhung du anstrebst. Private Gründe wie eine höhere Miete oder eine größere Entfernung zwischen Wohnort und Arbeitsstelle spielen keine Rolle. Eine Gehaltserhöhung muss immer im Zusammenhang mit deiner beruflichen Leistung stehen. Bring nur deine eigene Arbeit in die Diskussion ein. Wenn ein Kollege mehr bekommt oder in deinen Augen weniger leistet, darf das kein Thema sein. Setze eine etwas höhere Summe an als du glaubst erreichen zu können, damit ein Spielraum für die Verhandlung bleibt. Eine Gehaltssteigerung um 10 – 20% mehr ist normal. Über Plattformen im Internet kannst du den Marktwert überprüfen.

Überlege dir vor dem Gespräch, welche Alternativen du anbieten könnest, für den Fall, dass dein Chef mit einer Gehaltserhöhung nicht einverstanden ist. Das könnte eine kürzere Arbeitszeit sein oder andere Formen der Zuwendung wie Fahrgeld, Zuschuss zu Essen oder Arbeitskleidung, eine Weiterbildung, oder ein Arbeitsplatz im Homeoffice. Je besser du vorbereitet bist, umso mehr kannst du erreichen.

 

Geh nicht ohne Ergebnis

Solltest es im ersten Anlauf nicht klappen, dann frage nach einem neuerlichen Termin für ein Gehaltsgespräch. Du kannst auch nachfragen, was in den Augen deines Vorgesetzten eine Gehaltserhöhung rechtfertigen würde. Solltest du aber auch nachmehrmaligen Versuchen immer wieder abgespeist werden, ist es Zeit, eine neue Stelle zu suchen. Sobald deine berufliche Leistung, dein Einsatz nicht mehr wertgeschätzt wird, wird deine Motivation in den Keller gehen. So lange darfst du nicht warten.

Eine Checkliste zur Vorbereitung eines Gehaltsgesprächs findest du hier auf meinem Blog selbstbewusstwerden.

Foto: analogicus pixabay

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